Person · Kompaktansicht
Wolfgang Schroeder
Deutscher Politikwissenschaftler, Professor an der Universität Kassel und ehemaliger Staatssekretär für Arbeit und Soziales in Brandenburg (2009–2014).
- Partei
- SPD
- Geburtsjahr
- 1960
- Geschlecht
- männlich
- Erfasste Auftritte
- 5
Redaktionelle Schätzung
Politische Einordnung
Redaktionelle Schätzung: Schroeder vertritt öffentlich deutlich sozialstaatliche, investitions- und verteilungsorientierte Positionen, kombiniert mit einer gemischten Wirtschaftsordnung. Gesellschaftspolitisch spricht er für eine freiheitlich-pluralistische Ordnung, verbindet dies in der Migrationspolitik aber mit Steuerung und Begrenzung irregulärer Zuwanderung. Außenpolitisch ist seine eigene Position nur begrenzt dokumentiert; eine leichte bündnis- und Ukraine-unterstützende Tendenz ist daher nur mit niedriger Sicherheit ableitbar.
Wirtschaftspolitik
Begründung und Herleitung
- Selbstbeschreibung
- Keine ausdrückliche Selbstverortung auf dieser Skala. Schroeder beschreibt seine vorgeschlagene Strategie selbst als progressiv und auf das Zusammenspiel von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft gerichtet.
- Belegte Positionen
- Als Mitautor eines Papiers der SPD-Grundwertekommission fordert er einen investierenden und schützenden Staat, faire Besteuerung hoher Profite und Vermögen, stärkere Mindestsicherung sowie solidarische Bürgerversicherung. In einem eigenen Papier plädiert er zugleich für umfangreiche öffentliche und private Investitionen und lehnt sowohl radikale Entstaatlichung als auch reinen Etatismus ab.
- Institutionelles Umfeld
- Die langjährige Tätigkeit bei der IG Metall, das Amt als Arbeits- und Sozialstaatssekretär sowie die SPD-Mitgliedschaft sind Kontext, aber kein eigenständiger Beleg für konkrete Positionen.
- Redaktionelle Ableitung
- Die belegten Forderungen nach Umverteilung, Sozialversicherungsausbau, öffentlicher Investition und staatlicher Steuerung sprechen klar für eine staats- und verteilungsorientierte Einordnung. Die ausdrückliche Betonung unternehmerischer Initiative und privater Investitionen begrenzt die Einordnung auf moderat links der Skalenmitte.
Gesellschaftspolitik
Begründung und Herleitung
- Selbstbeschreibung
- Schroeder erklärt seine normative Orientierung mit den Grundwerten einer freiheitlichen, sozialen und demokratischen Ordnung.
- Belegte Positionen
- Er wirbt für Toleranz im demokratischen Streit, gegen eine migrationspolitische Sündenbock-Rhetorik und für schnelle Arbeitsintegration von Zugewanderten. Zugleich fordert er planende Migrationspolitik, die Begrenzung irregulärer Zuwanderung und die Bearbeitung von Verteilungs- und Integrationsproblemen. Die Grenzöffnung im Spätsommer 2015 bewertet er rückblickend als angemessen.
- Institutionelles Umfeld
- Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Parteien und Rechtspopulismus. Die Mitgliedschaft in SPD und SPD-Grundwertekommission ist nur ein institutioneller Kontext und ersetzt keine Positionsbelege.
- Redaktionelle Ableitung
- Die Betonung von Pluralismus, demokratischer Zivilität und Integration spricht für eine moderat progressive beziehungsweise libertäre Tendenz. Die gleichzeitige Befürwortung von Migrationssteuerung und Begrenzung irregulärer Zuwanderung spricht gegen eine stark libertäre Einordnung.
Außenpolitik
Begründung und Herleitung
- Selbstbeschreibung
- Keine belastbare explizite Selbstbeschreibung zu NATO, Verteidigungsausgaben, Militäreinsätzen oder Waffenlieferungen gefunden.
- Belegte Positionen
- Im Streit um ein SPD-Manifest zur Russland- und Ukrainepolitik sagte Schroeder, dessen Position teile die SPD nicht; die Unterzeichner repräsentierten nur einen kleinen Teil der Partei. Eine eigene konkrete Forderung zu militärischen Mitteln oder Bündnispolitik ergibt sich daraus nicht.
- Institutionelles Umfeld
- Seine wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Funktionen berühren internationale und europäische Themen, belegen jedoch für sich keine außenpolitische Position.
- Redaktionelle Ableitung
- Die Distanzierung von einem stärker entspannungsorientierten SPD-Manifest erlaubt allenfalls eine schwache Tendenz in bündnis- beziehungsweise Ukraine-unterstützende Richtung. Wegen fehlender eigener Aussagen zu zentralen sicherheitspolitischen Streitfragen bleibt die Einordnung sehr unsicher.
Belege und weitere Daten
Quellen der politischen Einordnung 7
- Der Staat in der Transformation · SPD-Grundwertekommission
Von Schroeder mitverfasstes Papier: Staat soll investieren, soziale Sicherheit gewährleisten, hohe Profite und Vermögen fair besteuern und Versicherungen stärker universalistisch gestalten.
- Prof. Dr. Wolfgang Schroeder · Universität Kassel
Universitätsprofil: 1960 in Mayen geboren; seit 2006 Professor in Kassel; 2009 bis 2014 Staatssekretär in Brandenburg; bis 2024 Mitglied der SPD-Grundwertekommission.
- Forscher über Einwanderungspolitik: Migration gilt als Verliererthema · taz · 22.02.2025
Schroeder fordert Arbeitsintegration, Verwaltungsmodernisierung, rhetorische Abrüstung, staatliche Investitionen sowie Begrenzung irregulärer Zuwanderung.
- Das Modell Deutschland schneller und besser reformieren · Das Progressive Zentrum · 19.12.2024
Schroeder fordert öffentliche und private Investitionen und grenzt sich sowohl von radikaler Entstaatlichung als auch von reinem Etatismus ab.
- SPD-Manifest: Was heißt der Text für Lars Klingbeil? · ZDFheute · 12.06.2025
Schroeder ordnet das Manifest als Infragestellung des SPD-Kurses ein und sagt, dessen Position teile die SPD nicht.
- Politologe über Merkels Wir schaffen das: Deutschland hat viel geleistet · Hessische/Niedersächsische Allgemeine · 29.08.2025
Schroeder bewertet die Nichtschließung der Grenzen im Spätsommer 2015 als angemessen, verlangt aber bessere Integration und Problembearbeitung.
- Ein hilfloser Antifaschismus kommt schnell an seine Grenzen · Universität Kassel · 26.06.2024
Schroeder bestätigt dort seine SPD-Mitgliedschaft und orientiert seine normative Position an einer freiheitlichen, sozialen und demokratischen Ordnung.
Alle erfassten Auftritte 5
| Datum | Sendung | Episode | Rolle | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| 31.08.2026 | unter den linden | Herbstwahlen - Im Osten was Neues? | Gast | Originalsendung |
| 02.06.2026 | phoenix runde | AfD-Umfragehoch im Osten – Nervosität in Berlin | Gast | Originalsendung |
| 12.04.2026 | die diskussion | SWR Demokratieforum | Gast | Originalsendung |
| 19.02.2026 | phoenix runde | Vor dem Parteitag - Wie viel Rückhalt hat Merz in der CDU? | Gast | Originalsendung |
| 04.12.2025 | phoenix runde | Renten-Showdown - Zitterpartie für Friedrich Merz? | Gast | Originalsendung |
Unveränderte LLM-Antwort
Maschinell erzeugte Rohausgabe, unverändert veröffentlicht und nicht gleichbedeutend mit einer redaktionellen Bestätigung.
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